Fachberatung Stadtverband: Besuch des Bloemenparks Appeltern (12.09.2026)

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Der Wettergott war uns wohlgesonnen an diesem Tag. Nach anfänglichem Nebel wechselten sich Schönwetterwolken und Sonnenschein ab, so dass wir die Blumenpracht ausführlich genießen konnten.

Wirklich erstaunlich, dass die 22 ha große Anlage auf einen einzelnen Mann zurückgeht. Der Gärtner Ben van Ooijen gründete 1988 einen Showgarten, um seine Blumen besser verkaufen zu können. Nach und nach erwarb er immer mehr Grundstücke dazu. Heute umfasst der Park weitläufige Blumenbeete und 200 einzelne Modellgärten, an denen bekannte Gartenarchitekten und inzwischen 100 Garten- und Grünbetriebe beteiligt sind. Auf Infotafeln gibt es Informationen über Hersteller und Händler. Unglaublich, dass der Park von nur sieben Gärtnern und einigen Studenten am Wochenende in Schuss gehalten wird.

Durch das reich geschmückte Empfangsgebäude mit Gastronomie und Shop gelangten wir in die Anlage. Der erste Eindruck: Wunderschöne Dahlienbeete und Herbststauden soweit das Auge reicht. Unser Guide zeigte uns Netze mit 10 x 10 cm großen Öffnungen, die auf 4 Pfosten gespannt waren. Die dienen als Stütze für die Dahlien mit ihren teilweise riesigen Blüten und wachsen sozusagen mit. Eine tolle Idee! Die meisten Beete werden von einer Pflanzenart dominiert, die sehr dicht zusammen gepflanzt wird. Das gibt Stabilität bei Wind, spart Wasser und unterdrückt Unkräuter. Ein weiteres Gestaltungsprinzip ist, die kleinen Blumen nach vorne und die großen nach hinten zu setzen, damit alle gleich gut sichtbar sind. Einige Blumenbeete sind in einem Farbton angelegt, andere leben von starken Kontrasten, aufgelockert durch viele verschiedene zarte Gräser, die sich sanft im Wind bewegen. In der Mitte befindet sich häufig eine stilisierte Blüte aus Metall als Eyecatcher.

Der erste Garten, durch den wir geführt wurden, wird durch große eiserne Rank-Tore gegliedert. Hier wächst eine winterharte Fuchsien-Art mit kleinen Blüten, die im Herbst nur zurückgeschnitten werden muss. Bewachsene Tore aus Metall und Holz finden sich immer wieder im Park. Viele Gärten sind durch Hecken, Trennwände aus Holz oder Beton in verschieden Bereiche aufgeteilt. So kann man im gleichen Garten Sonne oder Schatten haben oder Platz für Kinder und Erwachsene schaffen. Im nächsten Garten gelangt man durch verwunschene, bewachsene Holztore zu einer Kinderschaukel. Eine Holzwand mit vielen Durchbrüchen und anhängenden Kästen dient als Insektenhotel und eine Vertiefung im Boden soll das Regenwasser sammeln.

Überall im Park findet man schattenbildende Bäume unterschiedlichster Arten. Der Ginkgobaum wird besonders alt und scheint den Klima-Unbilden am besten trotzen zu können. Am Kanal befindet sich eine Wiese mit zahlreichen sehr alten Kopf-Weiden und in einem Mustergarten Birken mit verschlungenen Stämmen. Ursprünglich sollte auf einem Gelände ein Gemälde von Vincent van Gogh mit Blumen nachgebildet werden. Da die einzelnen Farben aber nach und nach verwelkten, entschied man sich dort ein Rosarium mit vielen Duftrosen entstehen zu lassen. Eine Besonderheit: Die Kirschrose blüht von Dezember bis Januar. Eindrucksvoll hier drei runde Gestelle mit Kuppeln aus Metall, an denen zahlreiche bunte Filzarbeiten hängen. Dieses Thema wiederholt sich im Park immer wieder. Genauso wie die teilweise abstrakten Gesichtsplastiken aus Stein oder Metall, die an verschiedenen Stellen aus dem Boden ragen.

Eine an ein großes Iglu erinnernde Holzhütte ist an der Vorderseite vertikal mit Pflanzen besetzt, muss aber mit einer besonderen Anlage aus Taschen bewässert werden. Pflanzendächer dienen als Beispiel gegen Hitzeperioden.

In einem orientalisch anmutenden Garten mit gemauerten Bänken und Holzboden hat man einen Baum durch ein Fenster der gemauerten Trennwand wachsen lassen. So kann man den Baum an der Licht- und der Schattenseite genießen.

Nächstes Ziel war der Traumgarten von den Gartenarchitekten Tom Ter Linden und Gert Tabak, der rundherum von einer Mauer umfriedet ist. Durch ein kunstvoll geschmiedetes Metalltor gelangt man hinein und kann unter der Rosenpergola auf besonderen Bänken sitzen, die Fröschen nachempfunden sind, die Blütenpracht bewundern und dem Plätschern des Wassers lauschen.

Ben van Ooijen ist nicht nur ein Gartengestalter, sondern auch Poet. In einem gemauerten Innenraum sind viele seiner Gedichte auf Tafeln gedruckt und ausgestellt worden, leider nur auf Niederländisch.

Der mediterrane Garten wird dominiert von zwei großen Terrakotta-Gefäßen. Die geschwungenen Beet-Inseln sind bestückt mit Pflanzen der Farbfamilie Rot, dabei auch der hochgiftige Wunderbaum.

Klare Linien dominieren die modernen Gärten, die an das Bauhaus erinnern, mit wenigen Pflanzen und verschiedenen Bereichen.

Ein wichtiges Merkmal des Parks sind die vielen unterschiedlichen Wassergärten. Das reicht vom großzügigen rechteckigen Becken mit einem Nilpferd aus Metall bis zum kleinen seerosenbewachsenen Teich mit Holzhütte. Hier gibt es Springbrunnen, kleine Wasserfälle, aber auch Ruheoasen und einen Schwimmteich. Durch das Gelände verläuft ein Kanal mit einer Seenlandschaft, die zum Verweilen einlädt und viele schöne Ausblicke bietet. Hier gelangt man auch über eine Brücke zum Abenteuerspielplatz.

Auch die Wege mit ihren vielen verschiedenen Pflasterungen sind interessant. Überall findet man kleine Holzhäuschen vom Zwergen-Domizil bis hin zur rosafarbenen Liebeslaube. Eine Hütte lässt sich innen drehen, so dass man wahlweise innen oder außen sitzen kann.

Nach der Führung gab es im Restaurant eine Brotzeit mit Käse und Lachs, dazu zwei Suppen. Danach konnte man die Anlage nochmal auf eigene Faust erkunden.

Fazit: In diesem Park kann jeder Gärtnernde Inspirationen für seinen eigenen Garten finden. Sicher ist ein Besuch auch zu einer anderen Jahreszeit interessant. Vielen Dank an Kerstin Michel für die tolle Organisation.

Fotos und Text: Bea Wild

Weitere Fotos gibt es im Fotoalbum.

Kontakt:
Blumenpark Appeltern
Walstraat 2a
NL-6629 AD Appeltern
Tel. +31 487-541732
Mail: info@appeltern.nl
Internet: https://appeltern.nl/de/