Fachberatung Stadtverband: Igelschutz (14.10.2016)
Am Freitag, den 14. Oktober 2016 fand im "Haus der Gartenvereine" in der Akazienstr. 11 die Fachberatung des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine zum Thema "Igelschutz" statt.
Frau Rosemarie Adam von der Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V. hielt einen engagierten Vortrag über das älteste noch lebende Säugetier. Die Gruppe ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter der Arbeitsgruppe ist bereits seit über 20 Jahren für den Igelschutz tätig.
Obwohl der Igel seit ca. 60 Millionen Jahren auf unserer Erde lebt, ist er in seiner Existenz extrem gefährdet. Wurden die Tiere früher bis zu 12 Jahren alt, sind es heute meist nur noch 3 bis 4 Jahre, in seltenen Fällen bis zu 7 Jahre.
Der bei uns lebende europäische Braunbrustigel gehört zu den ältesten noch lebenden Säugetieren und den wenigen Winterschläfern. In Deutschland und anderen europäischen Ländern steht der Igel ganzjährig unter Naturschutz.
Frau Adam erklärte, woran man einen hilfsbedürftigen Igel im Spätherbst erkennt. Ausschlaggebend ist dabei nicht nur das Gewicht, sondern ob der Igel abgemagert aussieht - z. B. weil er eingefallene Seitenflanken hat. Zeigt der Igel keine oder kaum eine Reaktion bei Berührung, oder fühlt er sich kalt an, oder irrt er ziellos herum, hustet, zittert oder röchelt er, fällt er immer wieder seitlich um, lahmt er, dann sind dies Zeichen, dass der Igel Hilfe benötigt. Wie diese Hilfe aussieht, das kann man in der Beratungsstelle erfahren.
Tagsüber umherirrende, verletzte, kranke und untergewichtig erscheinende sowie bei Frost aufgefundene Igel sollten unbedingt ins Haus genommen und baldmöglichst in der Beratungsstelle vorgestellt werden. Dort wird gerne bei der weiteren Versorgung geholfen. Der Igel bleibt dabei in der Obhut des Finders, wenn er gesund ist.
Frau Adam informierte auch über das Futter und die Futtermenge für den Wintergast, über einen geeigneten Platz für den Winterschlaf sowie über das Auswildern danach.
Leider lebt der Igel in unseren Regionen gefährlich; dazu gehört nicht nur die häufigste Todesursache im Straßenverkehr, sondern auch das Überleben im Garten. Sehr häufig werden schwerstverletzte Igel in der Beratungsstelle oder beim Tierarzt abgegeben, die durch Rasenmäher, Rasentrimmer, Laubsauber, Laubbläser, Mistforken, Rattenfallen, Stacheldraht, Gartenzäune u. v. m. auf das Grausamste verletzt wurden. Viele Bilder, die Frau Adam zeigte, veranschaulichten dieses unangenehme, aber äußerst wichtige Thema.
Abschließend informierte Frau Adam noch über igelfreundliche Gärten mit natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten. Dazu gehört auch, ein wenig Laub, Moos und trockene Gräser einfach liegen zu lassen.
Kontakt:
Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V. im Tierschutzzentrum
Hallerey 39
44149 Dortmund-Dorstfeld
Telefon 0231 175555
E-Mail: igelschutz-dortmund@web.de
Internet: http://www.igelschutz-do.de
Download der Igelschutz Broschüre