Fachberatung Stadtverband: Praktischer Obstbaumschnitt (14.03.2015)
Auch in diesem Frühjahr führte der Stadtverband Dortmunder Gartenvereine e.V. wieder kostenlose Lehrveranstaltungen im praktischen Obstbaumschnitt in 4 Dortmunder Gartenvereinen durch. Hierbei bot der Stadtverband den Mitgliedern der Gartenvereine und anderen Interessenten die Gelegenheit, sich mit der Praxis im Obstbaumschnitt vertraut zu machen.
Dabei wird am Samstag, den 14. März 2015, praxisnah demonstriert, wie ein Pflanz-, Erziehungs- oder Überwachungsschnitt durchgeführt wird.
- 10.00 Uhr: Gartenanlage „Gildenpark“, Lindemannstr. 78a, 44137 DO-Mitte - Referent: Fachberater Ingo Klammer
- 10.00 Uhr: Gartenanlage „Oberdorstfeld“, Am Quartus, 44149 DO-Dorstfeld - Referent: Gärtnermeister Heribert Werner
- 13:00 Uhr: Gartenanlage „Woldenmey“, Woldenmey, 44329 Dortmund-Derne - Referent: Fachberater Ingo Klammer
- 13:00 Uhr: Gartenanlage „Langeloh Blick“, Schneiderstr., 44229 DO-Löttringhausen - Referent: Gärtnermeister Heribert Werner
Eingeladen sind alle Kleingärtner und interessierte Bürger.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Beim Termin in der Gartenanlage „Gildenpark“ in Dortmund-Mitte demonstrierte Fachberater Ingo Klammer den ca. 35 interessierten Gartenfreunde nicht nur praxisnah, wie ein Pflanz-, Erziehungs- oder Überwachungsschnitt durchgeführt wird, sondern er gab auch viele Tipps aus seiner mittlerweile 59-jährigen Tätigkeit als Gartenfreund rund um den Obstbaumschnitt. Auch die vielen Fragen zu anderen Gartenproblemen beantwortete er mit großem Sachverstand und Ausdauer.
Am Ende der 2-stündigen Veranstaltung wurde in das Vereinsheim des Gildenpark zu einer heißen und leckeren Linsensuppe geladen.
Angesichts der winterlichen Temperaturen wurde bei der Lehrveranstaltung im praktischen Obstbaumschnitt zunächst ins Vereinsheim des Gartenvereins Gildenpark an der Lindemannstraße geladen. Hier zeigte Fachberater Ingo Klammer nicht nur, wie man bei einer neuen Johannisbeere und einem jungen Apfelbaum einen Pflanzschnitt vornimmt, sondern er gab auch ganz praktische Hinweise zur Vorbehandlung von Containerpflanzen beim Einpflanzen wie das Anreizen der umschlungenen Wurzeln. Beim Einpflanzen muss darauf geachtet werden, dass die Veredlungsstelle frei und nicht unter der Erde liegt (Tipp: Beim Kauf im Topf sieht man die freie Veredlungsstelle). Wenn Pflanzen im Herbst gekauft, aber erst im Frühjahr ausgepflanzt werden, müssen die Pflanzen gewässert werden. Die meisten Pflanzen, die den Winter nicht überleben, erfrieren nicht, sondern trocknen aus. Beim Schneiden von Johannisbeeren gilt der Grundsatz, dass die alten, dunklen Äste heraus geschnitten werden müssen. Die jungen, hellen Äste sollen dagegen nicht eingekürzt werden.
Der erste Tipp, den uns Ingo gab, war, Sträucher und Bäume nicht im Baumarkt, sondern in Baumschulen zu kaufen. Nur dort erhält man die richtige Beratung und geeigneten Pflanzen. Beim Kauf von jungen Sträuchern und Bäumen kann dort auch gleich der erste Schnitt vom Fachpersonal vorgenommen werden. In der Nähe von Dortmund gibt es zwei Baumschulen: Giesebrecht in Lünen, Bommerholzer Baumschulen in Witten. Ingo beklagte auch, dass in Schrebergärten leider immer mehr Zypressen ("Friedhofgewächse" wie z. B. Thujen) gepflanzt würden. Diese Pflanzen gehören nicht in einen Schrebergarten und müssen spätestens wieder entfernt werden, wenn der Garten aufgegeben wird. Auch der leider immer mehr in Mode gekommene Kirschlorbeer fand nicht seine Zustimmung, da die Pflanze nur wenig ökologischen Nutzen hat.
Ingo appellierte auch an alle Gartenfreunde, eigenen Kompost zu benutzen anstatt teuren Dünger zu kaufen. Es wird sowieso viel zu viel im Kleingarten gedüngt. Gärtner sollten das Geld besser für eine Bodenprobe bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ausgeben. Hier erfährt der Gartenfreund, welche Stoffe dem Boden fehlen und welche Stoffe im Überfluss vorhanden sind.
Als Tipp gegen Läuse empfahl Ingo die Pflanzung von Kapuzinerkresse. Wenn Bäume von Läusen befallen sind, kann die Kapuzinerkresse auch am Stamm geleitet werden, sodass sie dort hoch wächst.
Kernobst (Apfel und Birne) sollte im März, Steinobst (Kirsche und Pflaume) und Beerenobst nach der Ernte zurückgeschnitten werden. Kernobst schneidet man dicht (5 mm) hinter der (Außen-)Knospe. Beim Steinobst schneidet man nicht an Knospen, sondern man schneidet ganze Äste heraus. Früchte von Kernobst wachsen an alten Ästen, Früchte von Steinobst und Beerenobst wachsen am jungen Trieb.
Der Apfel- und Birnbaum soll nicht in die Höhe, sondern in die Breite wachsen. Nach innen wachsende Äste werden in der Regel rausgeschnitten, ebenso soll bei sich kreuzenden Ästen ein Ast weggeschnitten werden. Nach dem Schnitt soll man "einen Hut durch den Baum werfen" können.
Bilder findet ihr im Fotoalbum.