Fachberatung Stadtverband: Wildbienen (03.11.2017)
Bei der Fachberatung am 3. November 2017 informierte der Fachberater der Fa. Neudorff und Referent für ökologisches Gärtnern Klaus-Dieter Kerpa über die große Bedeutung, die der Wildbienen bei der Bestäubungsleistung unserer Obstgehölze und Wildpflanzen zukommt. Daher muss ihr Lebensraum besonders geschützt werden.
Neben den staatenbildenden Honigbienen gibt es über 650 Wildbienenarten in Deutschland. Dass diese Tiere nicht wild und gefährlich oder gar stechwütig, sondern überaus friedlich und zudem nützlich sind, vermittelte dieser Vortrag.
Wildbienen gehören wie die Honigbienen zum Stamm der Gliederfüßer, zur Klasse der Insekten und zur Ordnung der Hautflügler. Insekten ist gemein, dass sie alle 6 Beine haben. Alle Hautflügler besitzen 2 Flügelpaare. Zu ihnen zählen u. a. auch viele Wespenarten, Hornissen und Ameisen. Innerhalb der Hautflügler bilden die Bienen eine eigene "Überfamilie".
Im Gegensatz zur Honigbiene leben die meisten Wildbienen nicht in Staaten mit bis zu 60.000 Tieren, sondern alleine oder in kleinen Gemeinschaften. Hummeln sind wohl die bekanntesten Wildbienen. Sie bilden zwar auch kleine Staaten, leben jedoch nur im Sommer zusammen, da nur die Jungköniginnen den Winter überleben. Alle anderen Wildbienenarten (so genannte Einsiedlerbienen oder Solitärbienen) sind einzeln lebende Bienen. Sehr häufig kommt auch noch die Rote Mauerbiene in unseren Gärten vor, die annähernd so groß ist wie die Honigbiene (ca. 1 cm). Bei der Suche nach einem geeigneten Ort für den Nachwuchs ist das Weibchen nach geeigneten Nistplätzen wie hohle Pflanzenstängel, morsches Holz u. ä. angewiesen. In einer geeigneten Röhre legt es in einer Linie eine abgeschlossene Brutzelle hinter der anderen an und hinterlässt in jeder Zelle neben dem Ei einen Nahrungsvorrat aus Pollen und Nektar. Hier erfolgt dann die Entwicklung zum erwachsenen Tier (Imago). Diese überwintern in der Zelle und verlassen sie erst im nächsten Frühjahr.
Wildbienen haben für den Haus- und Kleingarten eine große Bedeutung und führen ein spannendes und interessantes Leben. Es lohnt also, sich mit diesen Insekten zu beschäftigen. Mit relativ einfachen Mitteln können wir sie in unsere Gärten anlocken und ansiedeln. Nisthilfen für Wildbienen sind einfach z. B. aus Bambusröhrchen (Ø 3 bis 8 mm, Länge 10 bis 15 cm) herzustellen. Aber auch der Handel bietet Nisthilfen an.